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Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaahnsinn!
Verzeihung Hi Leute!
Ich bin momentan hin und weg von unserer (ja, unserer! ich werd sie mitnehmen!!) Insel Lady Elliot Island! Gestern sind wir angekommen, und nachdem ich schon spektakulär auf dem Copilotensitz in der kleinen 15-Platz-Cessna sitzen durfte und sehr gespannt alles mitverfolgt habe, haben wir durchweg nur Tolles erlebt!
Na ja, vielleicht sollte ich chronologisch vorgehen und mal beim längsten entfernten Datum seit der letzten Mail beginnen. Das ist leider schon eine ganze Zeit her, ich versuch mich mal anhand unserer sehr zahlreich geschossenen Bilder zu erinnern was alles passiert ist.
Die Straße, die uns beim Rauffahren ja so einige Nerven und bestimmt viele Liter Benzin gekostet hat, war bergab lange nicht so spannend, da man sich bis zum Tal komplett durchrollen lassen konnte. Endlich wirklich bei den Glasshouse Mountains angekommen (Maleny war ja eigentlich mehr im nördlich gelegenen Gebirgstreifen) begaben wir uns zunächst auf einen netten Ausguckspunkt und traten danach unsere erste Wandertour rund um den Fuß des Tibrogargan an. Die ständig wechselnden Waldarten begeisterten uns sehr, und einige seltene Ausblicke auf den mächtigen Berg direkt neben uns flößten mir zumindest oftmals ziemlichen Respekt ein. Es ist einfach ein vollkommen anderes Gefühl, um einen Berg rumzuwandern, der da einfach in der Gegend rumsteht, statt in einem Gebirge, wo einfach alles aus Berg besteht. Ich war mir irgendwie die ganze Zeit dessen bewusst, dass hier aus irgendeinem Grund einer von mehreren riesigen Klötzen in vielleicht 50 km Entfernung zum Meer in ansonsten völlig flachem Umland steht. Als wir uns dann abends auf die Suche nach einem uns beschriebenen Wild-Campingplatz nur mit Wasser und Toiletten machten, wurden wir von zwei recht betrunkenen Australiern eingeladen, mit ihnen in ihrem Waldhaus en Barbeque zu machen und dann dort auch gleich zu schlafen, lehnten aber mehr oder weniger dankend ab. Da wir ausser Wald aber ansonsten nur bewohnte Grundstücke finden konnten, mussten wir wohl oder übel zum nächst gelegenen Campingplatz fahren.
Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Maroochydore, mal wieder einem Küstenort. Seit dem bin ich im Besitz eines Bodyboards, welches Thomas und ich in den recht annehmbaren Wellen auch gleich einweihten. Außerdem legten wir uns essentielle Dinge wie einen Kompass und ein Fernglas zu, ersteren um den Van nachts vorm Schlafen Richtung Osten zu stellen, damit uns morgens nicht die Sonne auf die Seitenwand knallt und uns arme Würmer drinnen bei lebendigem Leibe brät. Wie alle Orte hier hatte auch Maroochydore einen ausgedehnten Picknick-Park, auf dessen Parkplatz wir uns sogleich niederließen und sogar für die drei Nächte dort in den Genuss einer Steckdose kamen, die an einem der BBQ-Häuschen angebracht war.
Sämtliche Handys und Laptops wieder frisch aufgeladen, brachten wir als nächstes etwa 40 km gen Norden bis zum Ort Noosa hinter uns, wo wir uns für die erste Nacht unmittelbar VOR den Eingang zum Nationalpark und des dazugehörigen Parkplatzes stellten, auf welchem Campen verboten war. Trotz dieser Bemühungen klopfte morgens gegen 6:30 ein überaus freundlicher Ranger an unsere Schiebetür und machte uns darauf aufmerksam, dass das Wild-Campen im ganzen Gebiet um Noosa nicht gestattet sei und wir uns bitte für die nächste Nacht eine der auf der Hinweisbroschüre vorgeschlagenen Camping Areas suchen sollten. Nachdem er mich noch bat, innerhalb der nächsten zehn Minuten Thomas‘ Zelt abzubauen, dankte er mir mit „Thank you for your time“, schwang sich in seinen Kombi (ich dachte immer, Ranger führen NUR Offroad-Autos) und ward nicht mehr gesehen. Tja, so sind sie, die Australier – durchweg entspannt und immer freundlich, wohingegen man in Deutschland wohl eher bei der morgens-halb-3-Patroullie sofort erschossen worden wäre. Endlich mal wirklich früh auf den Beinen, erwartete uns an diesem Tag eines meiner persönlichen Highlights unserer Tour seit Brisbane, und zwar fanden wir nach etwa einer halben Stunde Spaziergang eine so wunderschöne Bucht mitsamt tollem Strand und Felsen, dass wir dort direkt mal mehrere Stunden mit Schwimmen, Wellenspringen, Schnorcheln und (mehr ich) Klettern durch die Felsen und Nassspritzen von den anpreschenden Wellen verbracht haben. Leider, und das hab ich sehr bedauert, ging mir bei dem Versuch, die vom Weg aus gesehenen Schildkröten im Wasser zu finden, meine Tauchmaske verloren. Dafür wurden wir auf dem Rückweg mit Blicken auf Löcher buddelnde Echsen und unsere ersten Koalas belohnt. Einer von denen ist in unserem Beisein von seinem Baum geklettert, kam ein paar Meter auf uns zu und ist dann beim nächsten Baum wieder rauf. War absolut toll, sie dabei zu beobachten! Ganz brav den netten Hinweisen des Morgen-Rangers zufolge machten wir uns dann auf zu einem auf einer Landzunge im Norden Noosas gelegenen Campingplatz auf, wo uns nach dem Check-In gleich die nächste tolle Überraschung erwartete. Kurz vorm Losfahren guckte ich nach vorne, traute erst meinen Augen nicht und konnte dann nur sagen: „Woa! Känguru!“ Mitten über den Parkplatz vor uns hüpfte da fröhlich ein ausgewachsenes Känguru vor sich hin, gradewegs auf dem Weg zur nächsten Wiese, und begann dort zu grasen. Ihm folgten etwa 8 weitere Herdenmitglieder, und nachher auf dem Weg zurück zum Auto sahen wir noch einige mehr. Lida bekam eines dazu, an ihrer Hand zu schnüffeln, ansonsten ließen sie uns zwar nah herankommen, aber streicheln konnten wir sie nicht. Trotzdem eine tolle Erfahrung, die uns einen Schritt weiter zum Gedanken „Jetzt sind wir in Australien“ brachte. Damit nicht genug, der Tag der tollen Tiere nahm gar kein Ende. Auf dem Campingplatz (mit tollem großem Pool) angekommen, kamen uns zwei sich sehr angeregt unterhaltende papageienartige Vögel besuchen, die uns stolz ihr unglaublich farbeprächtiges Gefieder präsentierten. Auf unsere Annäherungsversuche konterte einer von beiden geschickt mit einem Hüpfer auf Lidas Schulter. Das stellte sich als gar keine so große Besonderheit heraus, denn als wir ein paar Minuten später eine Hand voll Vogelfutter von einem unserer Nachbarskinder geschenkt bekommen hatten, wurden wir von den Vögeln regelrecht belagert, und bei den kleinen Kämpfen um den besten Platz am Futter blieb unsere Haut von den Krallen von bis zu 7 Vögeln auf einmal Händen, Armen, Schultern und Kopf nicht ganz unzerkratzt. Am nächsten Morgen schloss sich Lida einem einstündigen Kamel-Ritt an, während ich mit Thomas nochmal zurück nach Maroochydore gedüst bin, um eine neue Maske für mich und einen Schnorchel für ihn zu kaufen. Am Nachmittag fuhren wir dann ein kleines Stück nach Norden zu einem im Lonely Planet für „wer mal im Busch übernachten will“ empfohlenen Backpacker-Busch-Campingplatz namens Gagaju. Sehr interessant war die Wegbeschreibung, die Lida zuvor telefonisch erfragt hatte. Demnach sollten wir einer Straße bis zum Ende folgen und dann die nächste Straße, die Sand Road, ebenfalls bis zum Ende fahren. Wir dachten, bei dem Ausdruck Sand Road handele es sich um den Straßennamen... Falsch gedacht. Ohne Witz, ich hab nicht erwartet, dass wir diese „Straße“ mit unserem Van lebend wieder verlassen würden. Zum Glück kamen uns während des 2 Kilometer langen, aber mindestens 20 Minuten dauernden Trips einige Autos entgegen, was unsere Angst minderte, dass wir mit dem Befahren dieser Straße einen schrecklichen Fehler machen würden. Die Nacht im Busch hatte nicht wirklich viel zu bieten, außer dass sich des nachts überall um einen herum die Grillen die Beine bis zum Anschlag zergrillten und man beim aufs Klo gehen um die 20 Spinnennetze mitnahm.
Die Horrorstraße zurück geschafft, nahmen wir am Samstag unseren bis dato größten Streckensprung in Angriff – wir wollten in einem Stück die restlichen 280 Kilometer bis nach Bundaberg fahren. Nach gut 6 Stunden Fahrt kamen wir dann auch an, doch da sämtliche Touri-Infos schon geschlossen hatten und wir nicht mehr in Erfahrung bringen konnten, wo wir öffentliche Klos finden konnten, ließen wir uns einfach auf dem Bahnhofsparkplatz nieder, denn dort gabs sowohl Klos als auch Wasser. Alles was das Camperherz braucht Nach zwei unspektakulären Nächten neben laut hupenden Güterzügen und ähnlichem Gegleise trennten wir uns gestern morgen von unserem Mitreisenden Thomas, und dann war es gestern endlich soweit: unser lang erwarteter Trip zur Lady Elliot Island.
So, und damit bin ich dann auch endlich da, wo ich angefangen habe! Oder zumindest fast. Denn unser Flug und das Drumherum waren schon der Hammer. Im leergefegten Flughafengebäude von Bundaberg wurde unser Gepäck ohne jede Taschenkontrolle, Durchleuchtung oder ähnliches und ohne Passprüfung entgegengenommen. Als 15 Minuten später unser Flieger (besagte 15-Platz Cessna) landete, kam zum ersten mal seit unserem Check In wieder ein Mensch in die Halle, schulterte unsere beiden Rucksäcke, stellte sie ein paar Meter weiter auf das Laufband, schaltete das Laufband ein, ließ die Taschen durch den Gummivorhang nach draußen fahren, machte das Band wieder aus, ging durch die Tür neben dem Laufband nach draußen, schulterte die Rucksäcke erneut und trug sie dann brav zum Flugzeug. So gelacht haben wir glaube ich seit der Straße nach Maleny rauf nicht mehr :-D Dann wurden wir vom Piloten persönlich abgeholt und zum Flugzeug begleitet. Nach einem kurzen Zwischenstop in Hervey Bay (grob geschätzt so um die 80 km südöstlich von Bundaberg) durfte ich wie gesagt auf dem Copiloten-Platz sitzen und konnte sogar mit dem Headset den Funkverkehr mithören, nachdem ich kurz darüber eingewiesen worden war, wie ich meine Beine zu verstauen habe, damit der Pilot den Steuerknüppel auch ordentlich bewegen kann. Reichlich eng, jedoch überaus spannend wars auf jeden Fall. Hier auf der Insel, auf die übrigens nur maximal 100 Besucher gleichzeitig passen, wurden wir freundlich empfangen und machten uns dann nachmittags direkt auf zum ersten Schnorchelgang. Schon der Name der Stelle „Coral Gardens“, an der wir ins Wasser gingen, verhieß tolles, und wir wurden nicht enttäuscht. Film -und Fotoaufnahmen vom Great Barrier Reef sind ja wohl so ziemlich jedem in irgendeiner Form bekannt, aber dann selbst mitten in dieser unglaublichen, verschwenderischen Farbenpracht zu stecken, von hunderten verschiedener Fische umschwärmt zu werden, einer bunter als der andere, ist einfach unbeschreiblich. Damit nicht genug, machte ich heute mittag meinen ersten Tauchgang mit einer Gruppe von 8 Tauchern. Leider gings Lida nicht so gut, deswegen war mein Tauchbuddy heute der Tauchlehrer Mark. Mit einem solchen als Team zu tauchen, der sich hier wirklich gut auskennt, war toll, weil er mit laufend tolle Tiere zeigen konnte, zum Beispiel eine ganze Reihe von Riesenschildköten (die zur Zeit übrigens auch hier auf der Insel nesten), mehrere riesige Mantarochen, eine Muräne, einen Skorpionfisch, viele riesige Seenadel (oder Seaflute, also eigentlich Seeflöte) und ganz zu Beginn einen Fisch, der, von der Form her einem Goldfisch ähnlich, jedoch einen guten Dreiviertelmeter hoch und bestimmt 1 œ Meter lang, munter an den Korallen herum geknabbert hat. Irgendwie ist hier alles ein bisschen größer, von den Massen an kleinen oder normal großen Fischen, die einen die gesamte Zeit umschwärmen und durch die unglaublichen Korallengebirge tanzen, ganz abgesehen! Leider gaben die vollkommen frischen, neuen Batterien schon auf dem Boot den Geist auf, weswegen ich wohl leider leider demnächst nochmal in Wasser muss, um wenigstens noch ein paar eigene Fotos schießen zu können! Bin schon ganz aufgeregt aufs nächste Mal! Vielleicht sehen wir ja dann sogar mal die Wale, deren singende Unterhaltungen wir über den gesamten Tauchgang belauschen konnten. Oder vielleicht können wir euch beim nächsten mal von unserem ersten Wrack-Tauchgang berichten, man wird sehen.
Wir sind weiterhin sehr gespannt, was uns hier noch alles erwarten wird.
Bis dahin
Viele liebe und herzliche Grüße
eure Aussie-Traveller Lida und Joe
PS: Nachtrag
Da wir auf der insel leider keinen oder nur sehr teuren internetzugang hatten, ist diese mail leider auch schon wieder 4 tage alt, darum hier noch eine kleine vervollstaendigung bis heute.
Am mittwoch hatten wir unseren ueberaus unspektakulaeren glass bottom boat trip, bzw der trip aufm boot war unspektakulaer, das schnorcheln zwischendurch allerdings nicht (die stunde fahrt war ungefaehr aufgeteilt in 5 minuten hinfahrt mit unverstaendlichen erklaerungen uebers riff, 50 minuten schnorcheln und 5 minuten rueckfahrt), denn dabei haben wir einen sting ray (stachelrochen) gesehen, der, gut getarnt bis auf seinen meterlangen stachel, im sand lag, und sich dann, wohl aufgrund meiner mehrfachen annaeherungsversuche, aufraffte und uns einen wunderschoenen flug rund um den naechsten grossen stein vormachte. aeusserst eindrucksvoll und sehr majestaetisch! ausserdem hat er sich dann danach gleich wieder in den sand eingebuddelt, sodass er kaum noch zu sehen war.
Mein zeiter tauchgang am donnerstag ging dann tatsaechlich zu meinem ersten wrack runter auf 22 meter. leider war die stroemung ziemlich heftig, sodass die tauchgruppe mehr am schiff vorbei getrieben wurde statt dass man mal einen laengeren blick drauf haette werfen koennen. ausserdem wohnt drinnen wohl eine muraene, weshalb man sowieso nicht ins innere kann.
dafuer haben wir zwei am donnerstag nachmittag einen langen schnorcheltrip gemacht und die tollsten sachen gesehen. zunaechst mal war tolle sicht, wir konnten von der oberflaeche mehr sehen als ich tags zuvor beim tauchen sehen konnte. dabei waren eine menge tolle bunte fische, natuerlich haben wir moeglichst alles geknippst (hier ein kleiner bescheidener hinweis auf www.lidadeermann.de.tl , und zu den ganz tollen sachen gehoerten der schweizer fisch aus "findet nemo" (zitat "du gsiehchst komisch us!"), zwei white tipped reef sharks (ja, haie!! grob geschaetzt so zwischen 1,50 und 2 meter gross) und eine ganze menge schildkroeten, von denen eine sogar mehrfach hoch an die oberflaeche kam und sich von uns die beine streicheln und den panzer fuehlen liess. tolles erlebnis! (wir habens sogar geschafft, das davon gemachte video hochzuladen, proudly presenting: http://de.youtube.com/watch?v=nRpKbq8xRko ) ausserdem machte sie uns viel freude damit, dass sie unmittelbar vor unsren augen unter uns gekackt hat! hat bestimmt auch noch nicht jeder gesehen
na ja, hoffentlich gucken sich jetzt ganz viele von euch gleich die bilder auf lidas seite an, damit ich mir jetzt hier nicht die finger wund tippen muss, was wir alles gesehen haben!
PPS: Wir freuen uns übrigens immer sehr sehr sehr über nette Resonanzen auf unsere Berichte, wobei ich dieses mal schon eher fürchte, dass viele gar nicht bis zum PPS kommen... Wer mag, darf uns aber gerne zurückschreiben und uns damit ermuntern, immer viele weiter und hoffentlich interessante Berichte zu schreiben! |
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