Work&Travel im Outback  
 
  Bericht Nr. 2 (29.10.08) 18.03.2026 09:33 (UTC)
   
 
Hallo Leute,
es geht uns immer noch gut, obwohl wir die ein oder andere Missstimmung bereits auf uns nehmen mussten.  Inzwischen haben wir uns einen Van gekauft, in dem wir auf einer gemütlichen 1,50m breiten Matratze schlafen können und wir unser gesamtes Kochequipment (Campingkocher, Geschirr,...) verstauen, wie auch einen Tisch, drei Campingstühle, Wasser- und Benzinkanister, Nahrungsmittel, eine Angel, Werkzeuge, ein Zelt usw... Wir haben jetzt sogar mit viel Geld- und Zeitaufwand einen Kühlschrank ins Auto bekommen!! ? Seeeehr geil! Für diesen haben wir uns vor drei Tagen eine zweite Batterie ins Auto bauen lassen, die wir heute nur durch Zufall als defekt bemerkt haben, weil wir eigentlich nur deshalb zum Autoelektriker gefahren sind, weil unsere Hauptbatterie leer war. Dabei stellte sich heraus, dass die Kühlschrankbatterie in ihrer Box zu lose herumwackeln konnte, eine fette Macke entstand und die Säure aus der Batterie fließen konnte. Nach drei Stunden Rumtelefoniererei und „Wir rufen gleich zurück“ – was niemand tat – waren wir fix und fertig. Der nette Mann aus dem Autoelektrikladen lässt uns jetzt sogar in seinem Innenhof übernachten. Wir müssen sehr verzweifelt ausgesehen haben. Morgen früh sollen wir wohl wieder angerufen werden, wir sind gespannt...
Wir sind übrigens vor ebenso drei Tagen aus Brisbane geflohen und haben noch einen netten deutschen Kerl mitgenommen, den wir in Bundaberg in zwei Wochen absetzen werden. Er schläft jede Nacht im Zelt und wir touren nun die Strecke bis zum ca. 380km entfernten Bundaberg mit ihm rauf. Einer unserer Stops ist Bribie Island. Hier befinden wir uns gerade. Wer Lust hat, kann ja mal bei Google Earth reinschauen. Eine niedliche Insel mit schönen Stränden und zum Campen geeigneten Parkplätzen (mit Stückchen Wiesen für unseren Zelt-Thomas). Sehr angenehm ist, dass spätestens jeden nächsten Kilometer ein öffentliches Klo vorzufinden ist. Und manche von denen haben sogar Duschen. Zwischendurch finden wir immer mal wieder  Strom, den wir anzapfen können und so lässt es sich leben ? Wenn jetzt morgen noch alles mit der Batterie geregelt werden kann, können wir weiter zu den Glass House Mountains fahren und die Berge bewandern. Es soll dort Bambus und Dschungel geben mit hohen Wasserfällen und allem drum und dran...
Thomas versucht häufig vergebens mit der Angel einen Fisch zu ergattern und scheitert jedes Mal kläglich. Vielleicht liegt es an den nicht vorhandenen Ködern, die durch Möhre oder Brot ersetzt werden. Wer weiß... Jedenfalls kochen wir immer gemütlich zusammen und vertreiben uns die Zeit mit Strand, wenn nicht gerade eine neue, kaputte Autobatterie ansteht oder eingekauft werden muss.
Als wir gestern in einer wunderschönen Bucht ins Wasser springen wollten, waren wir doch sehr erschrocken über die massenhaft angespülten, (toten,) großen, blauen Quallen. Wir waren uns nicht sicher, ob sie nicht vielleicht giftig sind und mussten sehr aufpassen, was uns den Spaß am Planschen ziemlich verdorben hat.
Eine witzige Entdeckung haben wir danach in einem der kleinen Orte hier auf Bribie Island gemacht. Es kennt sicher jeder Drive-Ins wie bei McDoanlds. Aber das war echt der Hammer: Ein Drive-In nur für Alkohol! Auf den ersten Blick wie eine Tankstelle, dann wie ein Getränkemarkt und schließlich alle Varianten und Formen an Alkohol, die man sich nur vorstellen kann. Bierkästen, Weine, Alcopops, Hochprozentige... Die Bilder sprechen für sich! Einen Portwein haben wir uns dort genehmigt und der Kassierer hat von Thomas‘ Karte direkt mal 75 anstatt 15 Dollar abgebucht. Gott sei Dank ist es ihm aufgefallen. Es sei wohl ein Versehen gewesen... Wie auch immer, es wurde nun zurückgebucht.
Heute morgen haben wir am Ortsstrand auf einem Fisch-Ausnehm-Tisch unser Geschirr gespült und ein Pelikan stand die komplette Zeit vor uns und hat tatsächlich gebettelt! Die grunzen ja richtig. Das war echt witzig. Allein die Statur so eines Vogels. Ich dachte, der müsste doch vorne über kippen ?. Als Joe am Ende 15m weiter einen Fischrest aus dem Wasser gezogen hat, ist der Pelikan schnurstracks rüber geflogen, hat sich den Rest geschnappt und ist mit seinem vollen „Schnabel-Sack“ zufrieden davongerauscht.
So, das wars erstmal wieder von uns,
 alles Liebe und wir denken an euch
Eure Lida und Joe


äähm... da wir die vorgestern geschriebene Mail erst heute abschicken, kommen hier die Ergänzungen, was inzwischen passiert ist

Am nächsten Tag konnten wir noch gemütlich im Innenhof des Auto-Elektrikladens frühstücken und den Betriebstrubel mit ansehen und sind dann danach erstmal verschiedene Dinge, wie Wäsche waschen und spektakulär auf einer gebastelten Wäscheleine aufhängen, abgegangen. Dabei hat uns dann doch noch ein zuständiger Mensch angerufen und nach viel weiterer Rumtelefonierei erfuhren wir, dass dieser nach Bribie Island kommen wird, um uns die neue Batterie zu bringen. Er konnte uns nur leider nicht mehr erreichen, um uns mitzuteilen, wann er da ist, weil wir nie Empfang am Handy hatten. Als wir nach einer Runde Schwimmen im Pazifik einfach nochmal zum Elektrikladen – dem vereinbarten Treffpunkt – gefahren sind, war dieser inzwischen schon wieder weg und hat uns die neue Batterie dagelassen. Die vielen verlorenen Nerven waren also nicht ganz umsonst und so konnten wir Gott sei Dank mit einem kalten Kühlschrank die Insel verlassen.
Gestern abend auf dem Weg nach Maleny, einem kleinen Ort zwischen den Glass House Mountains, konnte unser kräftiger Van mal zeigen, was in ihm steckt. Das Schild „10% Steigung auf den nächsten 3,64km“, das tolle Lied mit dem Text „Bubbely bubbely meeeeeeeeee“ auf dem Country-Sender und unsere schätzungsweise 5PS, die uns grandiose 30km/h auf einer „MainStreet“, auf der 80km/h erlaubt ist, brachten uns so dermaßen zum Lachen, wie wir es in Australien bisher noch nicht geschafft haben Mit Bauchmuskelschmerzen und Tränen vor Lachen kamen wir irgendwann im Dunkeln in Maleny an und haben uns gepflegt in einer Parklücke angrenzend an einen Park niedergelassen und das Zelt für Thomas aufgeschlagen. Am Abend kam uns noch ein Mann aus dem gegenüberliegenden Restaurant/Kneipe mit einem Six-Pack Bundaberg Bier besuchen. Unsere Vorfreude war groß und er setzte sich nur dazu und trank selbst eins... Naja, jedenfalls gehen wir morgen abend dort einen trinken bei irischer Musik und Guiness ?

So jetzt holen wir uns noch Wanderkarten für die Glass House Mountains und dann machen wir uns auf den Weg
Bis bald und lieben Gruß (Klappe, die Zweite),
eure Lida und euer Joe
 
  wohin es geht...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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